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Risikoabschätzung für Kreislauferkrankungen

Häufigste Todesursache in Deutschland sind weiterhin  Kreislauferkrankungen

 

Vor ca. 20 Jahren rechnete man damit das heutzutage längst die Krebserkrankungen die Kreislauferkrankungen als häufigste Todesursache abgelöst hätten.

Dies ist nicht der Fall. Auch im Jahr 2020 waren die Kreislauferkrankungen häufigste Todesursache in Deutschland.

Ganz wesentlich mitverantwortlich für die 3 größten Todesursachengruppen (Kreislauf, Krebs und Atmungssystem) ist das Rauchen. Der Zusammenhang von Rauchen und Erkrankungen ist mittlerweile fest im Wissen der Bevölkerung verankert.

Die 3 wichtigsten Risikofaktoren für die Entwicklung von Kreislauferkrankungen (koronare Herzerkrankung, Herzinfarkt, Schlaganfall, pavk-Raucherbein) sind Bluthochdruck, Zuckererkrankung und „schlechte Cholesterinwerte“.

 

Während mittlerweile in der Bevölkerung Bluthochdruck und Zuckererkrankung als „wichtig und bei Bedarf behandlungsbedürftig“ wahrgenommen wird, ist das Thema „schlechte Cholesterinwerte“ insbesondere bei uns in Deutschland weiterhin sehr stiefmütterlich behandelt.

Die Gründe hierfür sind so vielfältig, hierüber könnte man ein eigenes Buch schreiben.

Wir hier in Deutschland sind top, wenn das Kind bereits in den Brunnen gefallen ist. Wir sind Herzkatheter-Weltmeister, mittlerweile gibt es nahezu kein Krankenhaus mehr welches keine Herzkatheter-Untersuchungen durchführt. Warum? Weil es sehr lukrativ ist für die Krankenhäuser. Wir in Deutschland sind überhaupt nicht top bei der Prävention (Vorsorge, Risikoabschätzung) von Kreislauferkrankungen.

 

Dabei gibt es mittlerweile so hervorragende Möglichkeiten, dass eigene Risiko abzuschätzen.

Score2-Rechner (berechnet die Wahrscheinlichkeit in den nächsten 10 Jahren einen Herzinfarkt oder Schlaganfall zu bekommen).

 

Mittels weiterer Parameter erfolgt laut europäischer Leitlinie für Fettstoffwechselerkrankungen von 2019 die Einteilung in verschiedene Risikogruppen und deren Zielbereiche für das LDL-Cholesterin:

 

Europäische Leitlinie 2019 für Fettstoffwechselerkrankungen.

 

In den letzten Jahren kristallisierten sich weitere Labor-Parameter heraus, wie zum Beispiel das Lipoprotein (a), die für die Risikoabschätzung für Kreislauferkrankungen wichtig geworden sind. Weitere Labor-Parameter.

 

Mittels folgender Parameter und den vorbeschriebenen Risikokalkulatoren kann man ziemlich genau Empfehlungen aussprechen ob auch medikamentöse Therapien notwendig sind oder nicht.

Dies sind exakt die 8 Parameter die die gesetzlichen Krankenkassen im Rahmen der alle 3 Jahre stattfindenden Gesundheitsuntersuchung ab 35 Jahre übernehmen.

 

Die weiteren, zusätzlichen Labor-Parameter erscheinen sehr sinnvoll zur Beurteilung des Gesamtrisikos auf Kreislauferkrankungen:

 

Bei entsprechenden Risiko-Konstellationen können weitere technische Untersuchungen erfolgen:

 

Alleine durch die Bestimmung einiger zusätzlicher Laborparameter und dem Ausfüllen der Risikokalkulatoren kann man zu einer sehr guten ersten Einschätzung kommen um zu entscheiden ob therapeutische und weitere diagnostische Maßnahmen (technische Untersuchungen) erfolgen sollten/müssen.

 

Grundsätzlich können wir bei uns alle Untersuchungen bis auf das Herz-CT (radiologische Untersuchung) in der Praxis durchführen. Einige technische Untersuchungen dürfen wir als Hausarztpraxis für gesetzlich versicherte Patienten nicht bei uns durchführen. Entsprechend würden wir dann bei Bedarf eine Überweisung für eine kardiologische Facharztpraxis ausstellen.

 

Als Mitglieder der deutschen Hochdruckliga und der deutschen Gesellschaft für Fettstoffwechselstörungen und ihren Folgeerkrankungen legen wir in unserer Praxis entsprechend viel Wert auf eine gute Vorsorge im Rahmen von Herzkreislauferkrankungen.

 

Sprechen Sie uns gerne an, wir beraten Sie.

5. Juni 2022 Allgemein

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